• 2020 Steirisch aufrettern
  • Winterfrische Retter Bio-Natur-Resort
  • Semesterferien im RETTER Bio-Natur-Resort
  • Sauna Handtuch
  • Gesichtsmassage
  • Fruehlingsstimmung auf der Weitblickterrasse genießen!
  • Wassermühle im Garten vom Naturpark Hotel Retter im Pöllauer Tal
  • In den Haengematten entspannen im Retter Seminar Hotel Bio Restaurant

Orgelwandern

Das Projekt „Kulturtourismus: Orgelwandern und Sakralkultur“

Die beiden benachbarten Tourismusverbände ApfelLand-Stubenbergsee und Naturpark Pöllauer Tal haben mit der LEADER-Region „Zeitkultur Oststeirisches Kernland“ ein Projekt entwickelt, in dem sie die sakralen Kulturschätze der beiden Regionen und das „Orgelwandern“ in den Mittelpunkt stellen. Mehr als ein Dutzend Kirchen und deren Orgeln und Glocken werden vorgestellt und akustisch erlebbar gemacht. Die Kirchen stammen aus der Gotik, Barock und Klassizistik, wurden aufwändig restauriert und sind Teil des sakralen und künstlerischen Lebens in der Oststeiermark. Zusammen mit dem gastronomischen Angebot in ihrem Umfeld, den traditionellen „Kirchenwirten“ bilden sie von jeher Orte der Begegnung von Einheimischen mit Wallfahrern und Wanderern. Mit dem im Projekt erstellten Sakralkunst-Magazin, den diversen Broschüren, einem Audioguide sowie weiteren touristischen Angeboten erfahren die Besucher viel Wissenswertes und Interessantes über die Kulturschätze.

Wanderer und Weitwanderer dürfen sich über neue Touren von Kirche zu Kirche in der herrlichen Landschaft der Oststeiermark freuen. Vorbei an regionalen Selbstvermarktern, Buschenschänke, Gasthäusern bis zu den Kirchenwirten am Anfang- und Endpunkt der maximal 2- 3stündigen Fußwanderung. Erwandert können rund ein Dutzend Kirchen der beiden Regionen werden – von der kleinen gotischen Filialkirche bis zum „Steirischen Petersdom“.

Orgelkonzerte und zukünftige Orgelwettbewerbe sind in Planung.

In den zwei Jahren Projektarbeit wurden die Tourismusverbände von den Pfarren, den Gemeinden, dem Verein „Sakralkunst Oststeiermark“ und den Gastronomiebetrieben unterstützt. Besonderer Dank gilt dem Verein „Sakralkunst Oststeiermark“ und dem Obmann Prof. Josef Hofer, der ehrenamtlich die Tonaufnahmen der Orgeln und Glocken durchgeführt hat. Für das umfangreiche Textmaterial konnten wir mit Gottfried Allmer einen fachlich versierten Historiker gewinnen.

Gäste und Einheimische sollen mit den Projekt-Ergebnissen die sakralen Kunstschätze neu erleben und ein zusätzliches touristisches Angebot soll geschaffen werden.

Überblick Sakralkunst, Orgeln und Glocken

Die Region ApfelLand-Stubenbergsee – Naturpark Pöllauer Tal bietet eine reiche und abwechslungsreiche Sakrallandschaft, die aus fast allen Epochen bedeutende Werke bieten kann.

Die Gotik ist einerseits mit der überregional wichtigen Wallfahrtskirche Pöllauberg aus dem späten 14. Jahrhundert in außergewöhnlicher Güte und Größe vertreten, dazu kommen die kleineren Wallfahrtskirchen des frühen 16. Jahrhunderts in Hofkirchen (1501) und Blaindorf (1508) sowie noch teilweise sichtbar in Anger, Nothelferkirche (1517).

Der älteste frühbarocke Kirchenbau der Nordoststeiermark entstand ab 1652 in St. Johann bei Herberstein, ein streng monastischer Bau für das dortige Augustinerkloster, der später in mehreren Etappen barock ausgestattet wurde.

Der größte Kirchenbau der Region, tatsächlich ein Drittel des Petersdoms in Rom, entstand ab 1701 in Pöllau. Die ehemalige Stiftskirche des 1504 gegründeten Augustinerchorherrenstifts ist eine der wichtigsten Kirchenbauten dieser Zeit in der Steiermark. Noch vor 1700 wurde mit dem barocken Glockenturm von 1678 und der Musikempore von 1691 auch die Wallfahrtskirche Pöllauberg vorsichtig barockisiert und daneben um 1730 die Annakirche errichtet.

Die Orgeln in den Kirchen der Region ApfelLand-Stubenbergsee und Naturpark Pöllauer Tal bilden in ihrer Gesamtheit ein buntes Bild und machen es möglich, Orgelmusik aus allen Epochen authentisch zu erleben.

Das älteste Instrument steht in der Filialkirche St. Ulrich in Külml, ein kleines Positiv mit vier Registern aus dem Jahr 1680.

Zu den bedeutenden Klangdenkmälern Österreichs aus dem späten 17. Jahrhundert zählt zweifellos die Orgel von etwa 1684 in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Pöllauberg. Mit 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal ist diese Orgel für die Zeit ihrer Entstehung auch als Großorgel zu bezeichnen. In der Annenkirche in Pöllauberg befindet sich eine kleine Prozessionsorgel aus der Zeit um 1730 von Johann Georg Mitterreither. Mitterreither ist schließlich auch der Urheber der größten Barockorgel der Region, nämlich jener in der Stiftskirche Pöllau aus dem Jahr 1739 mit 24 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Sie repräsentiert den Grazer Orgelbau im frühen 18. Jahrhundert in besonderer Weise und gehört auch zu den wichtigsten Klangdenkmälern dieser Zeit in Österreich.

Das ausgehende Orgelbarock repräsentiert die 1803 vom Grazer Orgelbauer Ludwig Gress erbaute Orgel der Filialkirche St. Stefan in Hofkirchen, ebenfalls mit neun Registern.

1913 erhielt auch die neu erbaute Pfarrkirche von Pischelsdorf ihre erste große Orgel von Konrad Hopferwieser mit 31 Registern. Sie wurde öfter umgebaut und besitzt derzeit 39 Register auf drei Manualen und Pedal.

Mit der 1983 vollendeten neuen Orgel der Pfarrkirche in Anger begann in der Orgelkultur der Region eine neue Ära. Georg Jann baute damals ganz im Sinne J. S. Bachs ein neues Klangwerk mit 22 Registern in das barocke Gehäuse ein.

Im Jahre 1994 folgte die moderne Rieger-Orgel in der Wallfahrtskirche Maria Fieberbründl. Mit nur 18 Registern bietet sie ein breites Spektrum für Orgelliteratur aus vielen Epochen.

Das jüngste Werk der Region ist schließlich eine italienische Stilkopie nach Gaetano Callido, eingebaut in ein Mauracher-Gehäuse von 1906 in der Pfarrkirche Puch bei Weiz, geschaffen 2003 von der oberitalienischen Werkstatt Francesco Zanin.

Der Bestand an historischen Glocken ist auch in der Region ApfelLand Stubenbergsee und Naturpark Pöllauer Tal durch die staatlichen Glockensammlungen von 1917 ziemlich dezimiert worden.

Die älteste Glocke der Region hängt im kleinen Turm von Schloss Herberstein und wurde 1448 gegossen. Zudem hat sich das originale Glockenjoch aus dem Jahr 1703 erhalten. Aus dem
16. Jahrhundert erklingt noch eine historische Glocke von Marx Wenig aus dem Jahr 1549 im Turm der Stifts- und Pfarrkirche von Pöllau. Wesentlich kleiner ist die Glocke von Thomas Auer, die dieser 1599 für die Pfarrkirche St. Johann bei Herberstein geschaffen hat.

Die größte historische Glocke der Region hängt im Turm der Pfarrkirche Anger. Sie wurde 1713 von Florentin Streckfuß in Graz gegossen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es üblich, um einer künftigen Glockenabnahme für Kriegszwecke zu entgehen, Stahlglocken gießen zu lassen. Eine der größten Stahlglocken im Land schuf die Gusshütte Böhler in Kapfenberg für die Pfarrkirche Pöllau im Jahr 1922, für Pöllau lieferte Böhler 1923 eine weitere Glocke. Drei Glocken von Böhler erhielt 1922 die Pfarrkirche Anger und auch die Pfarrkirche St. Johann bei Herberstein, weitere zwei Stahlglocken folgten

1923 noch für Pischelsdorf. Eine weitere Stahlglocke wurde 1956 vom „Bochumer Verein“ für Pischelsdorf gegossen.

Die ersten Bronzeglocken neuerer Zeitrechnung in der Region stammen aus der Gusshütte Ernest Szabo in Graz. Eine Glocke wurde noch 1936 nach Anger geliefert, ab 1946 drei Glocken für Blaindorf, 1947 das Geläut für Maria Fieberbründl, 1950 jenes für Hofkirchen. Aus der Gusshütte St. Florian bei Linz stammen die Glocken für Pöllauberg, geliefert 1950 und 1958, sowie eine Glocke für Puch bei Weiz im Jahre 1955. Josef Pfundner aus Wien schuf 1952 eine Glocke für Pöllau. Nach 1949 kam oft die Gusshütte Grassmayr aus Innsbruck zum Zug, so 1949 und 1971 in Stubenberg (vier Glocken), 1962 am Heiligen Grab bei St. Johann, 1989 in Puch bei Weiz mit drei Glocken und 2007 in Anger, Nothelferkirche mit einer Glocke.

Magazin „Schätze der Oststeiermark“

Präsentation der Kirchen, Sakral-Denkmäler und Kirchenwirte

Mit einem aufwändig gestalteten 80-seitigen Magazin, für das alle Kirchen mit Drohnen außen und innen fotografiert worden sind, kann die eindrucksvolle Baukunst seit der Gotik dargestellt werden. Zusammen mit den Texten des Historikers Gottfried Allmer ergibt es einen großformatigen Abriss der Kirchen- und Baugeschichte der oststeirischen Sakralschätze. Zu den Kirchen ist auch das regionale gastronomische Angebot in Form der „Kirchenwirte“ präsent. Eine zweite Auflage wird in englischer Sprache für internationale Gäste gedruckt werden.

Kirchenführungen mit dem Smartphone

Was in allen großen Museen früher nur mit einem Leihgerät möglich war, kann heute jeder mit seinem Smartphone erleben: Für die 14 Kirchen im ApfelLand-Stubenbergsee und Naturpark Pöllauer Tal wurde ein „Audioguide“ des Wiener Unternehmens „Hearonymus“ besprochen und mit Aufnahmen der Glocken und Orgeln versehen. Dafür wurden alle Orgeln von Orgelbauern aufwendig gestimmt und von Prof. Josef Hofer die Stücke eingespielt, jene, die zur Bauepoche des jeweiligen Instruments passen. Der gebürtige Feistritztaler Historiker Gottfried Allmer lieferte dazu die Kirchen-, Orgel- und Glockeninformationen, die zu insgesamt 42 Kapiteln mit Texten und Tonaufnahmen verarbeitet worden sind. Das ergibt über 2 Stunden Führungen durch die Sakralbauten der Regionen Naturpark Pöllauer Tal und ApfelLand- Stubenbergsee.

Mit dem QR-Code, der in den Schaukästen der Kirchen und auf den Werbemitteln abgedruckt ist oder mit der Eingabe von „Hearonymus“ im App-Store kann mit jedem Smartphone das Programm heruntergeladen und der Guide „Kirchen im ApfelLand-Stubenbergsee und Naturpark Pöllauer Tal“ geöffnet werden. Mit verschiedenen Suchkriterien oder einfach auf der Karte angeklickt, werden die einzelnen Kirchen gefunden und können kostenlos angehört werden. Somit sind Kirchenführungen mit Orgel- und Glockenklang für einzelne Gäste der Region auch vor und nach dem Besuch der Region möglich.

mehr Informationen zum "Orgelwandern"

Kontakt

Tourismusverband Naturpark Pöllauer Tal
Schloss 1
8225 Pöllau
Tel.: +43 3335 4210
E-Mail: info@naturpark-poellauertal.at
www.naturpark-poellauertal.at

Gutscheine & Shop